Eine eigene App lohnt sich für einen SHK-Betrieb in der Regel ab 8 bis 10 Monteuren – und auch dann nur, wenn Standardlösungen wie 123erfasst, MOMENTO oder ToolTime an wichtigen Stellen nicht passen. Bei kleineren Betrieben empfehlen wir fast immer ein Standard-Tool mit Konfiguration. Bei größeren Betrieben mit eigenen Wartungsabläufen, Mehrgewerke-Koordination oder Notdienst-Strukturen kann eine Custom-App pro Monteur und Woche 2-4 Bürostunden einsparen.
Standard-App oder Eigenentwicklung – wie entscheide ich?
Drei Kriterien helfen bei der Entscheidung: Erstens, deckt eine Standard-App mindestens 80 Prozent Ihrer Anforderungen ab? Wenn ja, nehmen Sie sie. Zweitens, haben Sie 8+ Monteure, die täglich draußen sind? Erst dann lohnt sich Custom in den meisten Fällen. Drittens, gibt es bei Ihnen Prozesse, die wirklich anders laufen als beim Wettbewerb (z.B. spezielle Wartungsroutinen, Mehrfach-Standorte mit eigenen Abläufen)? Wenn ja, kann Custom den Hebel multiplizieren.
Was kostet eine eigene SHK-App?
Eine fokussierte App mit Stundenerfassung, Auftragsplan, Foto-Doku und digitaler Unterschrift liegt bei 18.000 bis 35.000 Euro. Wenn Sie zusätzlich Aufmaß-Funktionen, KI-Heizlast-Vorauslegung, Anbindung an pds/Sander+Doll/Streit oder einen Notdienst-Routing-Mechanismus möchten, bewegen Sie sich bei 35.000 bis 70.000 Euro. Laufende Kosten je nach Nutzerzahl 150-500 Euro pro Monat.
Welche App-Funktionen sind im SHK besonders wichtig?
Top-Funktionen einer SHK-App:
- Stundenerfassung mit automatischer Baustellen-Zuordnung per GPS-Vorschlag.
- Anlagen-Historie pro Kunde: alle Wartungen, ausgetauschten Teile, Messwerte digital.
- Foto-Doku mit automatischer Verschlagwortung zur Beweissicherung.
- Digitale Unterschrift vom Kunden direkt nach Abnahme.
- Material-Scan via QR/Barcode und automatische Bestellung beim Lieferanten.
- Offline-Modus für Heizungskeller im Funkloch.
- Push-Notifications für neue Notdienst-Aufträge.
- Anbindung an Branchensoftware (pds, Sander+Doll, MOS'aik etc.).
Was wenn ich nur 5 Monteure habe?
Dann empfehlen wir ein Standard-Tool wie 123erfasst, ToolTime, MOMENTO oder Trio Mobile – mit Konfiguration und Anbindung an Ihre Branchensoftware. Kosten: 15-30 Euro pro Mitarbeiter und Monat plus 2.000-5.000 Euro für saubere Einrichtung. Sie bekommen 80 Prozent des Effekts zu 20 Prozent der Custom-Kosten. Erst wenn Sie wachsen und die Standard-Lösung Sie limitiert, lohnt sich der Umstieg.
Faustregel: Eine eigene App pro Monteur und Jahr spart typischerweise 100-200 Stunden Bürozeit. Bei 10 Monteuren = 1.000-2.000 Stunden, also fast eine Vollzeitstelle. Das refinanziert die Investition in 18-30 Monaten.
Wie lange dauert die Entwicklung einer eigenen App?
Vom Kick-off bis zur produktiven Version planen wir 12 bis 18 Wochen. Sie sehen schon nach 4 Wochen einen klickbaren Prototyp, nach 6-8 Wochen eine erste Beta zum Testen auf der Baustelle. Wir entwickeln mit React Native, das bedeutet: iOS und Android aus einer Codebasis, gleicher Look, gleicher Funktionsumfang.
"Eine eigene App ist kein Statussymbol, sondern ein Werkzeug. Wenn ein Schraubenzieher 80 Prozent kann, kauft niemand einen Spezialdreher. Wenn die Standard-App passt, nutzen Sie sie – und sparen sich das Geld für andere Hebel."

